Der Laubkompostierungsprozess

Der Laubkompostierungsprozess

Laubkompost entsteht, indem Herbstlaub unter dem Einfluss von Luft und Feuchtigkeit langsam verrottet. Dabei entwickeln sich Pilze sowie zahlreiche weitere Organismen (z. B. Würmer, Insekten und Mikroorganismen), die das abgestorbene Laub als Nahrungsquelle nutzen. Dadurch verwandeln sich die Blätter nach und nach in einen dunklen, krümeligen Kompost.

Der Laubkompostierungsprozess liefert nach etwa einem Jahr einen unkrautfreien Mulch und nach rund zwei Jahren vollständig ausgereiften Kompost. Der Einsatz von Laubkompost in Schulgärten erhöht den Anteil organischer Substanz und fördert die Biodiversität im Boden. Außerdem verbessert er die Bodenstruktur, erhöht die Wasserspeicherfähigkeit und versorgt Pflanzen mit wichtigen Nährstoffen.

Hintergrundinformationen

  • FÄCHERBEZUG: Naturwissenschaften, Geografie, Mathematik
  • JAHRESZEIT: Herbst oder früher Winter, wenn ausreichend Laub vorhanden ist.
  • BENÖTIGTE RÄUMLICHKEITEN: Klassenzimmer oder Schulhof
  • VORBEREITUNG: Wählen Sie einen geeigneten Standort für den Laubkompostbehälter, idealerweise an einer schattigen Stelle im Schulgarten. Rund um den Behälter sollte ausreichend Platz vorhanden sein, damit die Schülerinnen und Schüler den Komposthaufen gut beobachten können.
  • ZEITAUFWAND:
    – Aufbau: ca. 1 Stunde
    – Laufende Pflege: sehr gering (Kontrolle alle paar Wochen)
    – Verwendung des Laubkomposts: nach 6-12 Monaten als Mulch, nach 18-24 Monaten als fertiger Kompost

Benötigte Materialien

  • Drahtgeflecht oder Kunststoffgitter, Paletten, Holzpfähle oder andere geeignete Materialien zum Bau einer Umrandung, damit das Laub nicht verweht wird.
  • Empfehlenswerte Größe: etwa 1 m Durchmesser bzw. Breite und 1 m Höhe.
  • Laubrechen oder Laubbläser (optional)
  • Gartenhandschuhe
  • Große Säcke, Eimer und/oder Schubkarre zum Transport des Laubs
  • Gießkanne oder Gartenschlauch sowie Zugang zu Wasser, um das Laub feucht zu halten
  • Beschriftungen oder Hinweisschilder für den Laubkompostbehälter
  • Messstab oder Lineal zur regelmäßigen Messung der Höhe des Laubhaufens

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  • Schritt 1: Laubkompostbehälter bauen
    • Errichten Sie eine einfache, aber stabile Umrandung, die das Laub zusammenhält. Draht- oder Kunststoffgitter sollten bei Bedarf mit Holzpfählen abgestützt werden.
    • Der Behälter sollte nach oben offen sein und rundherum ausreichend Platz für eine gute Luftzirkulation bieten.
  • Schritt 2: Laub sammeln und einfüllen
    • Sammeln Sie Herbstlaub auf dem Schulgelände oder in der näheren Umgebung.
    • Füllen Sie das Laub locker in den Behälter, damit genügend Luft zwischen den Blättern zirkulieren kann.
    • Ist das Laub sehr trocken, sollte es leicht mit Wasser angefeuchtet werden, um den Zersetzungsprozess zu unterstützen.
  • Schritt 3: Den Laubkompost beobachten
    • Messen Sie die Höhe des Laubhaufens und dokumentieren Sie die Veränderungen im Laufe der Zeit.
    • Beobachten Sie Veränderungen und achten Sie auf Pilze sowie kleine Tiere. Lockern Sie vorsichtig die oberste Schicht auf, um nach Kleintieren zu suchen, ohne deren Lebensraum unnötig zu stören.
    • Kontrollieren Sie den Behälter alle paar Wochen und stellen Sie sicher, dass das Laub leicht feucht bleibt. Wirkt der Laubhaufen stark verdichtet, kann er vorsichtig mit einer Grabegabel aufgelockert werden, damit wieder ausreichend Luft und Wasser eindringen können.
    • Sinkt der Laubhaufen stark zusammen, können bei Bedarf weitere Blätter ergänzt werden. Dadurch bleibt der Komposthaufen ausreichend feucht.
  • Schritt 4: Den Laubkompost verwenden
    • Nach 6–12 Monaten sind die Blätter teilweise zersetzt und können als Mulch verwendet werden. Nach 18–24 Monaten ist das Laub nahezu vollständig verrottet und hat sich in hochwertigen Kompost verwandelt. Von den ursprünglichen Blättern ist dann kaum noch etwas zu erkennen.
    • Verwenden Sie den fertigen Laubkompost im Schulgarten, um die Bodenqualität zu verbessern und die Feuchtigkeit im Boden besser zu speichern.
  • Varianten des Verfahrens
    • Werden die Blätter vorab beispielsweise mit einem Rasenmäher zerkleinert, verläuft die Kompostierung deutlich schneller.
    • Das Beimischen von Kaffeesatz oder frischem, grünem Pflanzenmaterial (z. B. Rasenschnitt, Brennnesseln, Beinwell oder Algen) beschleunigt den Rotteprozess zusätzlich und erhöht gleichzeitig den Stickstoff- und Nährstoffgehalt des fertigen Komposts.
    • Ein Laubhaufen aus Kiefernnadeln ergibt einen sauren Laubkompost, der sich besonders für säureliebende Pflanzen eignet.
    • Baumsamen können direkt im Laubkompost keimen und zu jungen Bäumen heranwachsen. Die feuchten, langsam verrottenden Blätter schaffen ein Umfeld, das dem natürlichen Waldboden sehr ähnlich ist.

TIPP

Laubkompost kann das Fünffache seines Eigengewichts an Wasser speichern. Dadurch eignet er sich hervorragend als Bodenverbesserer für trockene Standorte.

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