In 7 Schritten zur Schulbegrünung
Mit dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Aspekten rund um die Zusammenstellung Ihres Teams, die Planung, die Umsetzung und den Betrieb Ihres Begrünungsvorhabens an, um, auf und in der Schule bzw. Bildungseinrichtung.
Diese Anleitung kann als Orientierung und Hilfestellung während dem Brainstormen oder Diskutieren über Begrünungen im Schulgebäude dienen, aber auch als Check-Liste während der Planung und Umsetzung behilflich sein.

Schritt 1: „Green-Teams“ finden
Halten Sie schon vor Beginn Ihres Vorhabens nach Verbündeten, Interessierten und motivierten Personen in Ihrer Schule Ausschau und wecken Sie Interesse für Ihre Idee!
Je mehr Personen engagiert beteiligt sind und voll und ganz hinter der Idee stehen, umso besser gelingen Planung, Umsetzung und Pflege der Begrünung.
Ideal wäre es Mitstreiterinnen und Mitstreiter mit einer gewissen Grünaffinität zu finden, die sich gemeinsam um die Begrünungen kümmern möchten:
- Lehrpersonen, die im jeweiligen begrünten Raum unterrichten (inkl. Klassenvorständinnen und -vorstände)
- Lehrpersonen, die themenverwandte Unterrichtsfächer unterrichten, wie Biologie und Umweltkunde oder Geografie
- weitere interessierte Lehrer und Lehrerinnen, Personen aus der Nachmittagsbetreuung und dem erweiterten schulischen Umfeld
- Schülerinnen und Schüler
- Schulwartinnen und Schulwarte
- Reinigungspersonal
Im Rahmen einer externen Prozessbegleitung findet ein Kickoff-Termin statt, um den Prozess vorzustellen, weitere Interessierte anzusprechen, Rollen zu klären, einen Zeitrahmen abzustecken.
Schritt 2: Ideen für Begrünungen sammeln
Begeben Sie sich mit Ihrem Team und den Schülerinnen und Schülern auf den Prozess der kreativen Ideen-Entwicklung!
Der Prozess der Ideenfindung kann in den Unterrichtsstunden, in der LehrerInnenkonferenz oder auch ganz informell im Austausch unter- und miteinander zwischen Tür und Angel stattfinden. Die Direktion kann wesentlich dazu beitragen die Bildung eines Kernteams voranzubringen, wenn sie besonders zu Prozessbeginn dabei unterstützt, Ressourcen für die Beteiligten bereitzustellen.
- Tragen Sie Ihre Ideen in die Lehrerinnen-/Lehrerkonferenz und diskutieren Sie mit den Kolleginnen und Kollegen.
- Holen Sie sich die Unterstützung der Direktorin/des Direktors. Diese/Dieser trägt die Verantwortung und kann durch ihr/sein Engagement und ihre/seine Motivation die nachhaltige Umsetzung des Begrünungsvorhabens sicherstellen.
- Direktorinnen und Direktoren könnten in der Vorbereitungszeit vor der Begrünung und zu Beginn der Begrünung die Lehrkräfte für Treffen des Kernteams freizustellen und für die Sommermonate innovative Modelle der Zeitabgeltung anzudenken.
- Ohne die Unterstützung der Direktion ist es für Lehrkräfte schwer die Bildung eines Kernteams voranzubringen und zeitliche Ressourcen für Abstimmungen zu finden.
Im Rahmen einer externen Prozessbegleitung werden Workshops und Ideenwerkstätten zum Sammeln von Begrünungsideen gestaltet und moderiert. Die Bereitstellung von „Good Practice“ sorgt für Inspiration und den Blick über den Tellerrand.


Schritt 3: Grundlagen schaffen
Machen Sie eine Bestandsaufnahme!
Once the core team is in place, align your greening ideas for indoor and/or outdoor spaces with the actual structural, spatial and technical conditions of your school.
Voraussetzungen klären
- Prüfen Sie ob notwendige Voraussetzungen für die Umsetzung Ihrer Idee(n), wie Brandschutzvorkehrungen und Wasserzufuhr, gegeben sind, ob bauliche Veränderungen nötig sind und ob Sie eine behördliche Bewilligung für Ihr Vorhaben benötigen.
- Machen Sie sich Gedanken zum Ort und zur Art der Begrünung: technisches System oder selbstgebaute Begrünung? Mit der Auswahl der Begrünungsart sind die Kosten in der Herstellung und dem laufenden Betrieb verbunden.
Bewilligungen einholen
- Die Art und der Umfang des geplanten Vorhabens bestimmen die Form der notwendigen Bewilligung. Da es sich bei der Errichtung von Innenraumbegrünung meist um ein geringfügiges Bauvorhaben im Gebäudeinneren handelt, ist eine allgemeine Baubewilligung meistens nicht notwendig.
- Bei fix im bzw. am Gebäude installierten Begrünungen muss eine Kontaktaufnahme zum Eigentümer des Gebäudes und Absprache bzgl. des Baus einer grünen Wand erfolgen.
Im Rahmen einer externen Prozessbegleitung unterstützen wir Sie mit einer Checkliste für die Bestandsaufnahme, überlegen welche Voraussetzungen für die Umsetzung Ihrer Idee(n) erfüllt werden müssen und welche baulichen Adaptierungen möglich sind. Wir begleiten Sie bei der Grundlagenbeschaffung über den Schulerhalter bzw. Eigentümer und bei notwendigen Behördenverfahren zur Bewilligung Ihrer Schulbegrünung.
Schritt 4: Planung und Finanzierung
Um die gewünschte Begrünung planen zu können, ist es notwendig Ihre Ideen und Visionen in einen technischen Planungsprozess zu „übersetzen“.
Spezialistinnen und Spezialisten beiziehen
- Fällt die Entscheidung für die Installation eines technischen Systems nehmen Sie unbedingt Kontakt zu Expertinnen und Experten auf und lassen Sie sich bezüglich der passenden und normgerechten Ausführung beraten.
- Wenn Sie ein sogenannte Selbstbausysteme anschaffen wollen, ist es ratsam, Spezialistinnen und Spezialisten zu kontaktieren, zur Überprüfung erster Entwürfe und Pläne.
- Denken Sie auch bereits jetzt an den laufenden Betrieb, an die Grünpflege und Wartung. Berücksichtigen Sie die Ferienzeiten und das laufende Anwerben neuer Beteiligter, um das Fortbestehen der Arbeitsgruppe zu garantieren.
Als Inspiration für Ihr Projekt finden Sie hier einige Bauanleitungen.
Kosten und Finanzierung
Die Finanzierung ist ein wesentlicher Bestandteil der Planung und betrifft außer die Errichtung Ihrer Schulbegrünung auch den laufenden Betrieb mit Pflege und Wartung. Erst wenn beides bedacht und gesichert ist, werden Sie lange etwas von Ihrer Begrünung haben.
- Schätzen Sie anhand der ersten Konzepte und Pläne ab, welche Kosten zu erwarten sind und kontaktieren Sie ggf. Hersteller, um konkrete Preise zu erfragen.
- Suchen Sie nach Finanzierungsmöglichkeiten, z. B.: durch den Schulterhalter, Unterstützungen seitens des Elternvereins, (Sach-)Spenden und Sponsoring, Einreichung kleinerer Projektanträge etc.
Im Rahmen einer externen Prozessbegleitung unterstützen wir Sie mit der Übersetzung Ihrer Ideen in einen Plan und vernetzen wir Sie mit Expertinnen und Experten mit grünem Know-How. Wir begleiten Sie bei der Suche nach passenden Finanzierungsmöglichkeiten und bieten Ihnen Unterstützung bei Förderanträgen.


Schritt 5: Errichten und Herstellen
Um die Funktionalität und die sachkundige Installation der Begrünung zu gewährleisten, müssen – je nach Art und Ort der Begrünung – bestimmte bau- und vegetationstechnische Voraussetzungen erfüllt sein. Bei der Installation von technischen Systemen im Neubau und im Bestand muss die bauliche Umsetzung von (zertifizierten) Fachfirmen durchgeführt werden.
- Um die Funktionalität und die problemlose Installation der Begrünung zu gewährleisten, müssen – ja nach Art und Ort der Begrünung – bestimmte bautechnische Voraussetzungen erfüllt sein. Zu diesen zählen unter anderem brandschutztechnische Anforderungen sowie Anforderungen an die Tragfähigkeit der Fassade, aber auch das Vorhandensein aller notwendigen Anschlüsse.
- Bei der Installation von technischen Systemen ist die bauliche Umsetzung von Fachfirmen in Abstimmung mit den Gebäudeeigentümern/Schulerhaltern durchzuführen. Für die Begrünungssysteme mit Wasseranschluss und Abfluss sind von zertifizierten Firmen die notwendigen Leitungen umzuleiten. Im Neubau ist es notwendig bei jedem Umbau auch auf die bereits bestehenden Gewährleistungen der Firmen zu achten.
- Die Errichtung und Herstellung von Selbstbau-Begrünungen kann von Expertinnen und Experten begleitet werden, die damit vertraut sind, mit Laien und Schülerinnen und Schülern gemeinsam Begrünungen zu errichten.
Im Rahmen einer externen Prozessbegleitung begleiten wir Sie in der Umsetzung und finden mit Ihnen die passende Expertin/den passenden Experten, die/der mit Ihnen Ihre Begrünung herstellt. Durch die Integration des Begrünungsteams bei der Errichtung und einen ergänzenden Wissenstransfer wird das Projekt zu einer wertvollen ganzheitlichen Lernerfahrung und stärkt die Identifikation aller Beteiligten mit dem Vorhaben.
Schritt 6: Grünpflege
Pflanzen sind Lebewesen! Sie brauchen Wasser, Nährstoffe, Beleuchtung und regelmäßige Grünpflege!
Die Grünpflege und Wartung der Grünwände können besonders dann gut funktionieren, wenn verschiedene Personen zusammenarbeiten und ein Kernteam gebildet wird.
Regelmäßige Inspektion
- Wichtig ist ein regelmäßiger Inspektionsblick, um die Vitalität und den Zustand der Pflanzen schnell zu erfassen. Dabei ist mit einem Blick zu kontrollieren, ob ggf. die Stromversorgung für Bewässerung und Beleuchtung funktioniert und wie ganz allgemein der Zustand der Pflanzen ist.
- Im Laufe der Zeit entwickelt man ein Gespür für die Begrünung und erkennt bereits mit einem kurzen Blick, ob die Pflanzen sich vital entwickeln und ob eine Veränderung der Bewässerungs- oder Belichtungszeiten oder der Nährstoffmenge nötig ist.
- Regelmäßige Kontrollen sind wichtig, um Probleme schnell identifizieren und rasch Lösungen ergreifen zu können. Dies Kontrollen kann jede / jeder übernehmen, der dahin gehend geschult wurde. Auch während der schulfreien Zeit müssen diese gewährleistet sein.
Im Rahmen einer externen Prozessbegleitung organisieren wir passende und wiederkehrende Einschulungsformate für alle am Prozess Beteiligten.


Schritt 7: Einbinden in den Unterricht
Begrünungen als Teil der Schulkultur erlebbar machen! Die errichtete Begrünung ist nicht nur Dekoration. Deswegen macht es Sinn die Begrünungen in verschiedenen Fächer für praktische Übungen einzubinden.
Grüne Wände und Flächen eignen sich optimal als Themenfelder des Lehrplans mit anschaulichen Projektarbeiten, praktische Übungen und in unterschiedlichen Vermittlungsformaten. Neben inhaltlichen Verknüpfungen im Unterricht ist es sinnvoll auch die Pflege und Wartung in den Lehrplan zu integrieren. So könnte die Verantwortung für die grünen Wände einer Klasse in verschiedenen Unterrichtsfächern wie Biologie oder Werken übertragen werden. Nach dem Peer-to-Peer Prinzip ließen sich weitere Verantwortliche integrieren und Soft-Skills bei den Schülerinnen und Schülern fördern.
„Grüne“ Wirkung nach außen
Die positive Wirkung von Schulbegrünungen nach außen, z. B. bei Festen, beim Tag der offenen Tür oder auf der Webseite kann als Unique-Selling-Proposition (USP) verwendet werden. Erfahrungsgemäß präsentieren SchülerInnen und LehrerInnen grün gestaltete Räume voller Stolz und erzählen anschaulich über ihre Erfahrungen.
Beziehen Sie auch das Schulumfeld mit ein: In Schulaktivitäten und Festen bringt es für die Schule Vorteile die grünen Wände als einen fixen Bestandteil zu integrieren. So wird der Unique-Selling-Proposition (USP) der Schule deutlich hervorgehoben. Die Räume mit der Begrünung könnten entweder als Veranstaltungsort dienen oder es werden Führungen für die Besucherinnen und Besucher durch Schülerinnen und Schüler angeboten. Besonders Schülerinnen und Schüler erzählen sehr anschaulich über ihre Erfahrungen mit den grünen Wänden.