Kompost verwenden

Kompost verwenden

Wo Pflanzen wachsen, wird Kompost gebraucht. Kompost lässt sich auf so vielfältige Weise einsetzen, dass es praktisch immer eine Verwendung für dieses „schwarze Gold“ gibt. In Schulen kann Kompostierung ein anschauliches und lehrreiches Mittel sein, um Kindern Themen wie Nachhaltigkeit, Abfallmanagement und verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt näherzubringen.

Hintergrundinformationen

  • FÄCHER: Naturwissenschaften, Geografie, Global Citizenship Education, Mathematik, Kunst
  • GEEIGNET FÜR: Alle Volksschüler, insbesondere der 3. bis 6. Schulstufe, Schulen mit Zugang zu Außenflächen oder Gartenprojekten sowie Schulen, die Abfälle reduzieren und Umweltverantwortung vermitteln möchten.
  • BENÖTIGTE FLÄCHEN: Ein Außenbereich wie Schulgarten oder Schulhof für den Kompostbehälter bzw. Komposthaufen, ein schattiger Bereich, damit der Kompost kühl und feucht bleibt, sowie Zugang zu Wasser, um die Feuchtigkeit im Kompost zu regulieren.
  • ZEITAUFWAND:
    – Aufbau: 1–2 Stunden für das Einrichten des Kompostbehälters oder Komposthaufens.
    – Laufende Pflege: 10–15 Minuten pro Woche zum Umsetzen des Komposts und Hinzufügen neuer Materialien.
    – Beobachtung des Wachstums: 30–60 Minuten pro Semester, um den Kompostierungsfortschritt und das Pflanzenwachstum zu dokumentieren.

BENÖTIGTE MATERIALIEN

  • Organische Abfälle zum Kompostieren (Obst- und Gemüsereste, Papier, Gartenabfälle)
  • Ein Kompostbehälter oder Kompostierbereich sowie eine Schaufel oder Grabegabel zum Umsetzen des Komposts
  • Eine Gießkanne, um den Kompost feucht zu halten
  • Thermometer (optional, zur Kontrolle der Temperatur)
  • Handschuhe und Schutzausrüstung

Vorbereitung

  1. Kompostbehälter einrichten: Wählen Sie einen gut belüfteten Außenbereich für die Kompostierung. Wenn Sie einen Kompostbehälter verwenden, sollte dieser mit einem Deckel versehen sein, damit keine Tiere hineingelangen.
  2. Materialien sammeln: Sammeln Sie eine Mischung aus „grünen“ Materialien (Obstreste, Gemüseschalen, Gras) und „braunen“ Materialien (Papier, holzige Materialien, Laub, Karton).
  3. System festlegen: Bestimmen Sie feste Tage, an denen die Schülerinnen und Schüler Materialien hinzufügen und den Kompost umsetzen. Dies kann im Unterricht oder beispielsweise in der Mittagspause erfolgen.

Aufgaben im Unterricht

  1. Kompostmaterial sammeln: Schülerinnen und Schüler können mit vorheriger Zustimmung Lebensmittelreste von zu Hause mitbringen oder Abfälle aus der Schulküche, dem Lehrer oder den Klassenräumen sammeln.
  2. Sortieren und Schichten: Vermitteln Sie den Schülerinnen und Schülern, wie die Materialien im Kompost geschichtet werden und erklären Sie das richtige Verhältnis zwischen stickstoffreichen „grünen“ und kohlenstoffreichen „braunen“ Materialien.
  3. Kontrollieren und Umsetzen: Setzen Sie den Kompost regelmäßig mit einer Schaufel oder Grabegabel um, um ihn zu belüften und die Zersetzung zu beschleunigen.
  4. Gärtnern: Sobald der Kompost fertig ist, kann er im Schulgarten verwendet werden, um den Boden für Gemüse, Blumen oder Sträucher zu verbessern.
Mulch

Ungesiebter, grober Kompost eignet sich sehr gut als Mulchmaterial. Verteilen Sie etwa 5–10 cm Mulch rund um einjährige Pflanzungen, Bäume, Sträucher und auf offenen Hangflächen. Dies hilft, Erosion zu verhindern, Unkraut zu unterdrücken, die Bodenfeuchtigkeit zu erhalten und Nährstoffe langsam freizusetzen. Dauerhafte Unkräuter wie Löwenzahn, Ampfer, Zaunwinde, Quecke oder Brennnesseln sollten vor dem Mulchen ausgegraben werden, da sie sonst durch die Mulchschicht hindurchwachsen. In Flächen mit einjährigen Pflanzen kann der Kompost vor der Pflanzung als Bodenverbesserer für die neue Saison in den Boden eingearbeitet werden.

Oberflächendüngung

Kompost wird mittlerweile häufig zur Pflege von Rasenflächen und in größerem Maßstab auch auf Flächen wie Sportplätzen eingesetzt. Das im Kompost enthaltene Eisen ist dabei besonders wichtig, da es zu einer gesunden grünen Färbung des Rasens beiträgt. Wenn Kompost auf Rasenflächen verwendet wird, sollten zunächst die groben Bestandteile aus dem reifen Kompost ausgesiebt werden. Verwenden Sie hierfür ein Sieb mit Öffnungen von weniger als 1 cm. Anschließend kann im Frühjahr eine etwa 1 cm dicke Schicht des feinen Komposts auf dem Rasen verteilt werden, um das Graswachstum anzuregen. Auch das Einarbeiten von bis zu 2 cm Kompost nach dem Belüften oder Aerifizieren des Rasens funktioniert gut.

Bodenverbesserer für Pflanzungen

Kompost verbessert die Bodenstruktur und Bodenfruchtbarkeit und erhöht gleichzeitig die Fähigkeit des Bodens, Wasser und Nährstoffe zu speichern. Das Einarbeiten von Kompost vor der Pflanzung verbessert praktisch jeden Bodentyp und unterstützt ein gesundes Pflanzenwachstum. Kompost kann in Blumenbeeten, Gemüsegärten, bei der Pflanzung von Bäumen und Sträuchern sowie bei der Anlage neuer Rasenflächen verwendet werden.

Pflanz- oder Aussaaterde

Gesiebter Kompost mit einer Körnung von weniger als 1 cm und guter Reife eignet sich hervorragend für die Herstellung von Pflanz- oder Aussaaterde. Eine Mischung aus einem Drittel Kompost und zwei Dritteln Erde ergibt eine gute Pflanzerde. Eine Mischung aus einer Hälfte Kompost und einer Hälfte Sand eignet sich besonders gut als Aussaaterde.

Komposttee

Komposttee ist eine weitere gute Möglichkeit, Kompost zu verwenden. Dafür wird etwas Kompost in einen Sack aus Jute oder gewebtem Kunststoff gefüllt und 2–3 Tage in Wasser eingeweicht. Der so entstehende Komposttee ist reich an Mikronährstoffen und Mikroorganismen, die das Bodenleben wiederbeleben und fördern. Manche verwenden Komposttee auch als Spritzmittel zur Unterstützung der Pflanzengesundheit. Dieser „Tee“ kann sowohl zur Bewässerung von Zimmerpflanzen als auch von Gartenpflanzen verwendet werden.

TIPP

Um den Kompostierungsprozess zu beschleunigen, sollten größere Abfallstücke in kleinere Stücke zerkleinert werden. Dadurch vergrößert sich die Oberfläche und die Materialien können schneller abgebaut werden. Achten Sie außerdem auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen grünen und braunen Materialien – zu viel von einer der beiden Gruppen kann die Zersetzung verlangsamen.

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