Einen bestäuberfreundlichen Lebensraum schaffen

Bestäuber wie Bienen, Schmetterlinge und Schwebfliegen spielen eine entscheidende Rolle bei der Fortpflanzung vieler Pflanzen und Kulturpflanzen. Rund 75 % aller Blütenpflanzen sind auf Bestäuber angewiesen, um sich zu vermehren. Damit sind sie unverzichtbar für den Erhalt der Biodiversität und unserer Lebensmittelproduktion. Viele Bestäuberarten gehen jedoch aufgrund von Lebensraumverlust, Pestizideinsatz und Klimawandel stark zurück. Schulen können einen wichtigen Beitrag leisten, diesem Trend entgegenzuwirken, indem sie bestäuberfreundliche Bereiche schaffen, die Nahrung, Schutz und geeignete Nistmöglichkeiten bieten. Selbst kleine Flächen tragen dazu bei, ein Netzwerk biodiversitätsfreundlicher Gärten innerhalb einer Region zu schaffen.
Bestäuber wie Bienen, Schmetterlinge und Schwebfliegen spielen eine entscheidende Rolle bei der Fortpflanzung vieler Pflanzen und Kulturpflanzen.
Hintergrundinformationen

- FÄCHERBEZUG: Naturwissenschaften, Geografie, Mathematik
- GEEIGNET FÜR: Grundschülerinnen und Grundschüler, insbesondere der 2. bis 6. Schulstufe.
- BENÖTIGTE FLÄCHEN:
– Außenbereich: Schulgarten oder andere geeignete Freiflächen auf dem Schulgelände (z. B. Schulhof, Innenhof oder kleinere Grünflächen).
– Einfassung oder Zaun: Zum Schutz der Pflanzen vor Beschädigungen sowie zur Schaffung eines sicheren Lebensraums für Bestäuber. Eine Einfassung trägt außerdem dazu bei, naturnahe Flächen bewusst gestaltet und gepflegt wirken zu lassen.
- ZEITAUFWAND:
– Aufbau: ca. 1 Stunde
– Laufende Pflege: ca. 15–30 Minuten pro Woche für Gießen, Unkraut entfernen und Beobachtung der Bestäuber.
Benötigte Materialien

- Pflanzen oder Saatgut: Nutzen Sie beispielsweise Empfehlungen von pollinators.ie , wo Listen der zehn wichtigsten bestäuberfreundlichen Pflanzen zur Verfügung stehen. Berücksichtigen Sie dabei Bodenart, Entwässerung, Sonneneinstrahlung sowie die Ausrichtung des Gartens.
- Kompost oder gut durchlässige Gartenerde, möglichst torffreien Kompost verwenden.
- Gartengeräte: Handschaufeln, Gießkannen und Gartenhandschuhe.
- Pflanzenetiketten sowie wasserfeste Stifte oder Farbe. Joghurtbecher können in Streifen geschnitten und als Pflanzenschilder verwendet werden.
- Informationsmaterialien über heimische Bestäuber und deren Lebensweise (Poster, Broschüren oder Bücher).
– Alles über Bienen in Österreich
– Wildblumenwiese
Vorbereitung
- Standort auswählen: Wählen Sie einen sonnigen Bereich auf dem Schulgelände aus, der ausreichend Platz für verschiedene Blütenpflanzen bietet und sich als Lebensraum für Bestäuber eignet.
- Falls erforderlich, legen Sie eine Einfassung oder einen kleinen Schutzzaun an.
- Pflanzen auswählen: Wählen Sie möglichst heimische Pflanzenarten aus, die zu unterschiedlichen Jahreszeiten blühen. So steht den Bestäubern über einen möglichst langen Zeitraum Nahrung zur Verfügung. Nutzen Sie regionale Gartenratgeber oder entsprechende Empfehlungen (z. B. den All-Ireland Pollinator Plan), um geeignete Pflanzen auszuwählen. Damit Wildblumen aus der natürlichen Samenbank im Boden keimen können, kann es notwendig sein, die Grasnarbe zu entfernen oder den Grasbewuchs zu schwächen, da dieser viele Wildblumen verdrängen würde. Hinweise hierzu finden Sie auf pollinators.ie.
- Materialien vorbereiten: Bereiten Sie Kompost, Erde und Pflanzen vor.
Einfache Wildbienenhotels lassen sich beispielsweise aus Steinen, Ziegeln, Bambusstäben, Holzstücken oder hohlen Pflanzenstängeln herstellen und bieten vor allem Wildbienen geeignete Nistmöglichkeiten.
- Informationsmaterial erstellen: Bereiten Sie Unterrichtsmaterialien über die Bedeutung der Bestäuber sowie Möglichkeiten zu ihrem Schutz vor. Dies kann beispielsweise in Form von Postern, Arbeitsblättern oder einer Präsentation erfolgen.
Aufgaben im Unterricht
- Einführung in das Thema Bestäuber: Beginnen Sie mit einer gemeinsamen Diskussion über Bestäuber, ihre Rolle in der Umwelt und ihre Bedeutung. Bilder oder Videos können dabei helfen, das Interesse der Klasse zu wecken.
- Pflanzaktion: Die Schülerinnen und Schüler können in kleinen Gruppen zusammenarbeiten und heimische Blühpflanzen in der vorgesehenen Bestäuberfläche pflanzen. Achten Sie auf eine Mischung aus Arten, die zu unterschiedlichen Jahreszeiten blühen.
- Schilder gestalten: Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler Pflanzenetiketten oder Informationstafeln für den Bestäubergarten erstellen. Diese können Informationen zu den Pflanzen und den von ihnen angelockten Bestäubern enthalten.
- Beobachtung: Nachdem der Garten angelegt wurde, können die Schülerinnen und Schüler ihn regelmäßig besuchen und dokumentieren, welche Bestäuber sie beobachten. Ein gemeinsames Tagebuch oder eine Tabelle kann zur Erfassung der Ergebnisse genutzt werden.
TIPP

Die folgenden Hinweise helfen dabei, einen Bestäubergarten noch attraktiver für Insekten zu gestalten:
- Auf Pestizide verzichten: Pestizide schaden Bestäubern. Fördern Sie stattdessen natürliche Alternativen wie Mischkulturen oder die Ansiedlung von Nützlingen.
- Wasserstellen anbieten: Eine flache Schale mit Wasser und einigen Steinen als Landeplätze hilft Bienen und Schmetterlingen dabei, ausreichend Wasser aufzunehmen.
TIPP

In einer Zeit, in der viele junge Menschen Klima- und Umweltängste erleben, bietet naturnahes Gärtnern eine gute Möglichkeit, aktiv etwas Positives für die lokale Tierwelt und die eigene Gemeinschaft zu tun. Die Farben, Düfte und Geräusche eines lebendigen Gartens können für alle Menschen wohltuend sein.

