Eine Wurmkiste anlegen und pflegen

Das Anlegen und Pflegen einer Wurmkiste ist eine effiziente Methode, Küchenabfälle und kleinere Mengen Gartenabfälle in nährstoffreichen Kompost sowie einen konzentrierten Flüssigdünger umzuwandeln. Die Wurmkompostierung wird auch als Vermikompostierung bezeichnet.
Hintergrundinformationen

- FÄCHERBEZUG: Naturwissenschaften, Geografie, Mathematik
- IDEAL FÜR: Kleingruppen
- Benötigte Räumlichkeiten / Ausstattung:
– Ein gut belüfteter Standort (z. B. Schulgarten oder ein anderer geschützter Außenbereich). Eine Wurmkiste kann auch in einem Schuppen aufgestellt werden. Der Standort sollte vor Störungen durch andere Schülerinnen und Schüler oder Schädlinge geschützt sein.
– Ein Tisch oder Regal, um kleinere Wurmkisten nicht direkt auf den Boden stellen zu müssen.
– Zugang zu Wasser zum Reinigen der Hände und Arbeitsgeräte.
– Digitale Geräte (Tablet, Laptop oder interaktives Whiteboard) zur Datenerfassung und Präsentation der Ergebnisse.
- Zeitaufwand:
– etwa 1-2 Unterrichtseinheiten für den Aufbau der Wurmkiste sowie
– anschließend ca. 20-30 Minuten pro Woche für Pflege und Beobachtung (je nach Jahreszeit)
Benötigte Materialien

- Wurmkiste mit Deckel (z. B. Kunststoffbehälter mit Belüftungs- und Ablauföffnungen). Eine gute Belüftung und Drainage sind unbedingt erforderlich, da die Würmer sonst absterben.
- Je nach Bauart der Wurmkiste eine Auffangschale oder ein Behälter zum Sammeln der ablaufenden Flüssigkeit. Diese kann mit Wasser verdünnt als Flüssigdünger verwendet werden.
- Kompostwürmer (Rotwürmer oder Tigerwürmer). Diese können online, im Angelbedarf oder aus einem Kompost- bzw. Misthaufen bezogen werden.
- Organische Küchenabfälle (Obst- und Gemüsereste, Teebeutel, Kaffeesatz, Eierschalen). Zitrusfrüchte, Zwiebeln, Knoblauch sowie stark gewürzte oder salzige Speisereste sollten nur in kleinen Mengen verwendet werden.
- Einstreumaterial wie Herbstlaub, Kompost, Kokosfasern (Kokossubstrat), zerkleinertes Zeitungspapier oder kleine Kartonstücke. Dieses bildet den feuchten Lebensraum der Würmer. Das Material sollte vor dem Einsetzen der Würmer gut angefeuchtet werden.
- Schutzhandschuhe
- Kleine Gartenschaufel
- Protokollheft zur Dokumentation der Beobachtungen
- Waage zum Wiegen der organischen Abfälle
- Poster oder Schaubilder zur Erklärung der Wurmkompostierung
Vorbereitung
Überlegen Sie zunächst, welche Bedingungen eine Wurmkiste benötigt.
Kompostwürmer sind bei warmen und feuchten Bedingungen am aktivsten. Die ideale Temperatur liegt zwischen 18 und 25 °C. Unter 10 °C sowie über 30 °C nimmt ihre Aktivität deutlich ab.
Eine Wurmkiste sollte deshalb möglichst in einem Schuppen oder an einem geschützten Platz im Garten stehen, an dem sie im Winter nicht zu kalt und im Sommer nicht zu heiß wird.
Soll die Wurmkiste im Gebäude oder auf einem Balkon stehen, ist zu beachten, dass sie bei mangelnder Pflege Gerüche entwickeln kann.
Kompostwürmer bevorzugen einen pH-Wert zwischen 6,5 und 7,0 sowie gut belüftete Bedingungen. Stark saure Bedingungen vertragen sie ebenso wenig wie Staunässe, da dadurch ihre Sauerstoffversorgung eingeschränkt wird.
Aufgaben im Unterricht
- Bei einer stapelbaren Wurmkiste wird zunächst mit einer Ebene begonnen. Diese wird mit einer etwa 8 cm dicken Schicht feuchten Einstreumaterials gefüllt. Dadurch entsteht eine feuchte Umgebung, in der sich die Würmer eingraben und mit der Zersetzung beginnen können.
- Bei einer Wurmkiste mit nur einem Behälter sollte dieser mindestens zur Hälfte, idealerweise fast vollständig, mit Einstreumaterial gefüllt werden.
- Setzen Sie anschließend die Kompostwürmer ein.
- Bedecken Sie das Einstreumaterial mit einer maximal 8–10 cm dicken Schicht Küchenabfälle oder arbeiten Sie einige Handvoll organischer Abfälle in das Einstreumaterial ein.
- Lassen Sie die Wurmkiste anschließend etwa eine Woche ungestört stehen, damit sich die Würmer an ihre neue Umgebung gewöhnen können.
Die Würmer füttern
- Schneiden Sie die Küchenabfälle möglichst klein, damit sie schneller zersetzt werden können. Kleine Mengen, dafür häufiger, führen zu den besten Ergebnissen.
- Legen Sie die Küchenabfälle auf die Oberfläche des Einstreumaterials.
- Alternativ können die Abfälle auch in kleinen Vertiefungen im Einstreumaterial vergraben werden. Dadurch werden Gerüche und Fruchtfliegen deutlich reduziert.
- Werden vorhandene Küchenabfälle nicht vollständig zersetzt, sollte zunächst kein weiteres Material hinzugefügt werden, bis die Würmer das vorhandene Futter verarbeitet haben.
TIPP

Geben Sie niemals mehr organische Abfälle in die Wurmkiste, als die Würmer innerhalb angemessener Zeit verarbeiten können.
Weitere Informationen zur Pflege einer Wurmkiste finden Sie bei Composting Ireland.
TIPP

Folgende Materialien sollten nicht in eine Wurmkiste gegeben werden:
- Milchprodukte, Fette, Öle, Fleisch, Fisch und Knochen, da sie Schädlinge und Fliegen anziehen können.
- Salz, stark gewürzte Speisereste sowie größere Mengen an Zitrusfrüchten oder Pflanzen aus der Zwiebelgewächs-Familie.
- Große Mengen harter Blätter oder verholzter Pflanzenteile, da diese den Kompostierungsprozess verlangsamen.
- Rasenschnitt, da dieser sich stark erwärmt und die Würmer schädigen kann.
Die Wurmkiste entleeren
Sobald das gesamte Einstreumaterial von den Würmern zersetzt wurde, kann der fertige Wurmhumus (Wurmkot) entnommen werden.
Die Würmer halten sich meist direkt unter der obersten Schicht mit frischen Küchenabfällen auf.
Entfernen Sie deshalb zunächst die oberen 20 cm des Materials und legen Sie diese beiseite.
Entnehmen Sie anschließend den fertigen Wurmhumus. Danach wird die Wurmkiste mit frischem, feuchtem Einstreumaterial neu befüllt und die zuvor entnommene obere Schicht wieder aufgelegt.
Viele Wurmkisten bestehen aus mehreren stapelbaren Ebenen. Jede Ebene besitzt Löcher im Boden. Sobald eine Ebene vollständig gefüllt ist, wird die nächste Ebene daraufgesetzt und mit Einstreumaterial sowie Küchenabfällen befüllt.
Die Würmer wandern durch die Öffnungen nach oben in das frische Material. Ist schließlich die oberste Ebene gefüllt, sollte die unterste Ebene kontrolliert werden. In der Regel wurde dort sämtliches Material bereits vollständig kompostiert und die Würmer befinden sich inzwischen in den oberen Ebenen.
Die unterste Ebene kann nun geleert und anschließend wieder als oberste Ebene verwendet werden. Dadurch entfällt das aufwendige Aussortieren der Würmer.
Verwendung von Wurmhumus und Wurmtee
Der fertige Wurmhumus eignet sich hervorragend als Bodenverbesserer oder als Bestandteil selbst hergestellter Pflanzsubstrate. Er enthält besonders viel Stickstoff und Kalium.
Die in der Wurmkiste aufgefangene Flüssigkeit (Wurmtee) kann nach einer Verdünnung im Verhältnis 1 : 10 mit Wasser als Flüssigdünger verwendet werden.
Neben den enthaltenen Nährstoffen sind sowohl Wurmhumus als auch Wurmtee reich an nützlichen Mikroorganismen, die das Pflanzenwachstum fördern und Pflanzen widerstandsfähiger gegenüber Krankheiten machen.
TIPP

Würmer besitzen zwar einen Mund, aber keine Augen. Licht können sie dennoch wahrnehmen und meiden deshalb helle Bereiche.
Außerdem besitzen Würmer mehrere Herzen. Je nach Art variiert deren Anzahl – viele Arten verfügen über fünf Herzen.
Hinweis: Obst- und Gemüsereste mit Samen können problemlos kompostiert werden. Es ist jedoch möglich, dass die Samen in der Wurmkiste keimen.

